31.12.09

Kill it with Fire!

Bin ja sowieso und generell froh, hier zu sein. Und gerade jetzt erfreue ich mich sehr an einem weichen Bett, guter Luft und genug Getränken. Denn da, wo wir noch vor ein paar Stunden waren, am Essener Hauptbahnhof, herrscht fröhliches Bahnchaos wie eigentlich überall. Grund sind die plötzlichen Unwetter und die vielen 'Notarzteinsätze am Gleis'. Vermutlich besteht da sogar ein Zusammenhang. Jedenfalls gibt es jetzt Zugausfälle und Verspätungen von bis zu 160 Minuten, und ich hab ein bisschen Mitleid mit den Fahrgästen. Alle paar Minuten kommen neue Meldungen über Twitter. Wir haben ja heute nur eine Stunde sinnlos auf einem kalten Bahnsteig gestanden, was ein bisschen auf ein ungenaues Studium des Fahrplans zurückzuführen ist. Aber ... aber es gab da auch noch genug andere Leute, die dachten, da fährt um die Zeit ein Zug!

Zum Essener Hauptbahnhof ist zu sagen, dass man von den monatelangen Bauarbeiten endlich Ergebnisse sieht. Von einer Seite sieht er jetzt aus wie ein großes McDonalds mit Drive-In für Züge. Aber von innen ist er sehr schön.


 

Weniger schön fand ich ja Folgendes: Wir haben heute im Limbecker Platz einen Build-a-Bear Workshop gesehen. Das ist etwas, was es jetzt nicht mehr nur in Amerika gibt und was wirklich verdammt gruselig ist.



Ich mag Plüschtiere sehr gerne. Aber diese Plüschtiere sind mir trotz ihrer Niedlichkeit und Flauschigkeit sehr unsympathisch. Man kann ihnen schreckliche Stimmen geben, sie selbst füllen und zunähen und am Ende in rosafarbene, glitzernde Klamotten stecken. Dieses Video hier zeigt die gesamte Prozedur. Es zeigt auch, was aus Kindergärtnerinnen wird, die keinen Arbeitsplatz finden. Für den kleinen Grusel zwischendurch:


 
KILL IT WITH FIRE!
Apropos Feuer, für morgen haben wir noch 78 Wunderkerzen. Früher sind die bei mir immer übrig geblieben. Aber seit letztem Jahr haben wir da echt Spaß dran. Ja, an Wunderkerzen! Wir werden aber auch noch ein kleines Feuerchen aus Schulsachen machen. Nicht dass uns hier irgendwer für Weicheier hält. So!
Normalerweise wünscht man hier jetzt allen Lesern einen Guten Rutsch, aber das wär angesichts des Blitzeises ein bisschen makaber.

Gibt übrigens noch ein neues Zitat.

20.12.09

Mist. Ich hab das Internet zerstört. oO

Okay, hab ich nicht. Also nicht wirklich.
Aaaaber es gibt jetzt ein Add-On für den Firefox-Browser, mit dem man Internetseiten in eine fröhliches Schlachtfeld verwandeln kann. Destroy the Web für Firefox.
Man drückt den Button in der Navigationsleiste und das Spiel beginnt. Für das Zerstören verschiedener Elemente wie Bilder, Links oder Überschriften bekommt man Punkte. Die Spielzeit beträgt 30 Sekunden. Es ist eine wirklich nette Abwechslung, wenn man beispielsweise einen nervigen, frustrierenden Rechercheauftrag hat und nicht weiß wohin mit den Aggressionen. Ich zerschieße ja am liebsten die Internetpräsenz meines Chemielehrers.
Natürlich wird die Internetseite nicht wirklich zerstört. Es ist nur ein Spiel. Schade eigentlich.


Ansonsten hab ich zu sagen, dass ich jetzt Ferien habe. Das ist angenehm. Ich kann morgens Cornflakes essen und SuperRTL gucken. Und vor allem muss ich nicht raus in den Schnee. Ihhhh.
Über die Schule in letzter Zeit gibt es nichts Interessantes zu berichten, 2 neue Zitate sollten genügen.
Mit den Arbeitsaufträgen über die Ferien (//Hass, unbändige Wut und sinnlose Gewalt!) komm ich ganz gut voran. In Chemie muss ich 5 Seiten über Verseifung schreiben. Nach 4 wird mein Wissen aufgebraucht sein. Das ist blöd. Richtige wissenschaftliche Arbeiten streckt man doch auch nicht mit sinnlosen, trivialen Informationen.

Ich hab da noch was entdeckt. Einen Webcomic. Ich liebe Webcomics. Dieser hier ist geeky, romantisch und sarkastisch, also vereint er alles, was ich mag. Juhu! XKCD - A Webcomic of Romance, Sarcasm, Math, and Language.
Ein Beispiel-Comic:

12.12.09

Ansichten zu Weihnachten

Ich mag Weihnachten ja gar nicht. Es ist eine Verkörperung des Kapitalismus, glitzert rot, grün und golden, löst klaustrophobische Anfälle aus (Weihnachtsmarkt) und hört sich an wie 'Wonderful Dream' und 'Do they know it's Christmas'. (Also, 'Last Christmas' kann man ja ziemlich gut aushalten, sobald man genau weiß, worum es da wirklich geht. Klick.)
Aber dieses Jahr läuft es insgesamt gar nicht so schlecht. Wir haben uns nämlich heute schon um Geschenke gekümmert, und da noch so viel Zeit ist, ist es nicht schlimm, dass wir an den meisten erst mal gescheitert sind.
Also ich bekomme von meinen Eltern einen grünen iPod nano mit 16GB. Und das macht mich sehr glücklich. Die Beziehung zu dem im Juni erwähnten Mp3-Player hat ja leider nicht lange gehalten. Jetzt bin ich ein Teil der iPod-Verschwörung. (Hey ihr alle!) Das macht mich ein bisschen nachdenklich, aber belastet mich nicht. Was wohl ein Element dieser Verschwörung ist.
Ein Bild hab ich noch nicht. Jemand hat ihn schon eingepackt, damit ich ihn nicht sofort ganz auspacke. Dieses Jahr respektieren wir Weihnachten.
Aber dafür könnt ihr hier ein Bild von meinem SpongeBob-Adventskalender sehen. Man ist nie zu alt für Adventskalender!

Jetzt noch was anderes. Die Reihenfolge ist vielleicht etwas ungeschickt, da die Leute, die Weihnachten nicht mögen, nicht bis hierhin gelesen haben, und die Leute, die Weihnachten mögen, noch mehr Weihnachten erwartet haben und sich jetzt enttäuscht abwenden. Nicht tun! Es kommt doch noch was mit Bildern!
Also, ich bin ja sehr verspielt und noch dabei, das Ende meiner Kindheit zu verarbeiten. Vor ein paar Tagen bin ich auf etwas gestoßen, das ich als Kind sehr cool fand: Commander Keen 4!

 
Das ist ein Jump'n'Run aus dem Jahr 1991, wo ein kleiner Junge mit seiner Erbsenpistole und seinem Pogostick Aliens umbringen und ein paar Ratsmitglieder retten muss. Dabei sammelt er Süßigkeiten ein.
Ich hab immer meinem Vater zugeguckt, wie er das gespielt hat, weil ich noch zu kleine Hände hatte. Jetzt, 10 Jahre später, hab ich es auf meinem Notebook. Juhu! Da ich beim Herumspringen auf Plattformen über lebensgefährlichen Abgründen nicht so geschickt bin, hat es schon ein gewisses Frustrationspotential. Aber der Nostalgiefaktor ist viel stärker.

Von der Schule gibt es auch noch was zu berichten. Eigentlich sollten jetzt, eine Woche vor den Ferien, alle Klausuren geschrieben sein. Aber Chemie und Religion sind ausgefallen. Religion hat sich vermutlich erledigt, da unser Lehrer jetzt, wie schon letztes Jahr, auf längere Zeit krank geschrieben ist. Find ich doof. Ich mag ihn. Und Chemie... Uh, okay, Chemie. Da muss ich mir auch keine Sorgen machen. Man darf nämlich keine Klausur schreiben, wenn man die letzte noch nicht zurück hat. Wir glauben ja, er hat sie aus Versehen verbrannt, und es ist ihm zu peinlich, das zuzugeben.

Na ja, ich wünsch mal noch eine besinnliche Adventszeit.
Ob schon mal irgendein Mensch den Verstand verloren hat, weil er ein Türchen am Adventskalender nicht aufgekriegt hat?

07.12.09

Und wieder Rücklichter



Ich werde nie mehr in meinem Leben eine normale Beziehung zu Zügen haben.
Andere Leute staunen, wenn sie am weiten Sommerhimmel ein einzelnes Flugzeug aufsteigen sehen, und träumen sich auf ferne Kontinente. Und ich - mir wird ganz anders, wenn hier grade die einfachste, kleine, schmuddelige Regionalbahn über die Brücke fährt. Züge sind die Verkörperung von Entfernung und Nähe. Die Leute da drin, wo kommen die her, wo wollen die hin? Wie fühlen die sich dabei? Wie viele von ihnen sind der oder die Eine für jemanden, irgendwo auf der Welt, im Umkreis von Hunderten von Kilometern?

04.12.09

Kameradenschwein

Heute war ist in der Schule nach der 6. Stunde das jährliche Volleyballturnier mit Ehemaligentreffen. Darüber hatte ich letztes Jahr schon mal berichtet.
Dieses Jahr hab ich nicht 4 Stunden auf der hölzernen, Schmerzen im ganzen Körper verursachenden Tribüne gesessen. Ich hab mich still und heimlich davongemacht. Und ich fahr auch nicht um 22 Uhr noch mal hin, um die Reste der Party aufzuräumen.
Zu meiner Verteidigung ist zu sagen, das ist das erste Mal, dass ich nicht meinen halben Tag für was Doofes, Sinnloses opfere! Und unser Tutor hat uns keine Strafe angedroht.
Die Strafe ist nur der Hass der Leute, die da geblieben sind.
Und dann dachte ich mir noch, jetzt wo der neue Jahrgang 11 da ist, der so groß ist wie 12 und 13 zusammen, und wenn von denen viele gezwungen werden, da zu sein, wäre in der Turnhalle gar kein Platz mehr gewesen. So.
Nur ein kleines bisschen schlechtes Gewissen.

Stattdessen geh ich jetzt mal kurz nach Frankfurt und hol einen tollen Menschen ab.

25.11.09

Nachhaltiges Lernen

Vor kurzem wurde ich dazu gebracht, mich gedanklich mit Erdkunde zu beschäftigen. Sven hat mir erzählt, was für tiefgreifende gesellschaftswissenschaftliche Sachen er da lernt. Ich erinnerte mich daraufhin ein bisschen an Erdkunde und dachte an Schlamm.

Jetzt hab ich mir überlegt, was so von allen weiteren Fächern, die ich nicht mehr habe, hängen geblieben ist. Hier eine vollständige Auflistung.
Erdkunde: Schlamm. Tropische Konvergenzzone. Alle fanden Frau H. attraktiv.
Physik: Die Federkonstante D. Dass es etwas namens 'das Drehmoment' gibt.
Französisch: Le sapin de Noël. Une ville multiculturelle.
Musik: Herr R. hat seiner Frau ein Grundstück auf dem Mond geschenkt.
Ethik: Das zweidimensionale Leben von geometrischen Figuren ist ziemlich trist. Ein eindimensionaler Punkt hat es erst so richtig schwer und einsam. (Zum Glück hab ich wieder Religion.)

Man sieht, Lernen in der Schule ist nachhaltig. So richtig fürs Leben. Ich hab mir vorgenommen, nicht die verlorene Zeit durch diese Fächer auszurechnen. Das würde mich traurig machen.

13.11.09

Mit freundlicher Unterstützung von Google Maps

Hmmm, hier passiert in letzter Zeit nicht viel... Passiert halt auch nichts, worüber man sich seitenlang und stilvoll auslassen könnte.

Ich wollte jetzt nur mal anmerken, dass ich heute schon fast 40 Kilometer zurückgelegt habe, nämlich zur Schule und gleich wieder nach Hause. Der gestern noch quietschfidele Herr B. konnte uns heute nämlich nicht mehr mit einer Doppelstunde Religion beglücken, wozu sich noch 3 reguläre Freistunden addieren. Einer meiner größten Träume seit Beginn des Schuljahrs ist es ja, dass das mal passiert und wir rechtzeitig informiert sind. Aber so ist auch cool.
Nachher kommen noch mal 4 Stunden inklusive Kunst-Klausur, worauf sich dann ein Weg von etwa 400 Kilometern anschließt. Ihr wisst ja sicher inzwischen alle, wohin. Hihi.

Oh, und 2 neue Zitate.

03.11.09

Plüschig! :D

Eins vorweg: Ich bin jetzt ein Geschöpf der Nacht. Wenn ich morgens in die Schule gehe, ist es fast noch dunkel, und wenn ich nach Hause gehe, ist es fast schon wieder dunkel. Ich sehe kein Tageslicht mehr. Jetzt weiß ich Tageslicht erst zu schätzen.

Gibt auch positive Sachen. Gestern musste ich den Karate-Hamster anschreien, um ihm meine Interpretation eines Gedichts darzulegen. Ich habe gewonnen. YeaH~!

Mit ähnlich kleinen und plüschigen Wesen bekam ich es am Sonntag zu tun. Ich war auf einer Kaninchenausstellung. Keine Sorge, zu 80% hat mich die Aussicht auf Kuchen aus dem Haus gelockt und nicht die Öhrchen und Pfötchen und Knopfaugen.
Ich hab mich dann ein bisschen gefragt, wie lange ich kein Kaninchen mehr gesehen hatte. Die waren RIESIG. Das größte 6 Kilo schwer. Kaninchen so groß wie 1-jährige Kinder sind doch ein Statussymbol für den Züchter und kein Festtagsbraten, oder? Oder? 

30.10.09

Und noch was...

Nach und nach jähren sich besondere Daten zum ersten Mal.
Das Wochenende vor genau einem Jahr war absolut toll.
<3

'Ahhhh! Da bröckelt was runter!'

Die erste Woche nach den Ferien ist vorbei und ich kann mich nicht erinnern, dass sich irgendwas Besonderes ereignet hätte. Jedoch fühle ich mich aufgrund der unbesonderen Sachen schon wieder tot.
Wisst ihr was? Die erste Klausurphase ist vorbei. Die zweite beginnt übernächste Woche. Das macht eine ganze Woche ohne Klausur! Halleluja, was für eine Freude!

Ansonsten ist meine Schule momentan eine Baustelle. Das ist eigentlich ganz gut, da wirklich Sachen sinnvoll umgebaut werden. Nur muss es natürlich während der Schulzeit passieren und ist nicht jetzt schon fertig wie ganz anfänglich geplant.
Die Folge sind Baulärm und beengte Platzverhältnisse. Der Aufenthaltsraum wird teilweise für Unterricht benutzt und auf dem Boden sitzen dürfen wir ja seit einiger Zeit nicht mehr - weil sich dann die Wände und der Boden zu sehr abnutzen (oder ein meist kopflos herumrennender, sehr einflussreicher Lehrer noch mal über ein Bein stolpern könnte).
Die Lehrer haben es jetzt allerdings auch ganz kuschelig, da das eine Lehrerzimmer geschlossen ist. Es wird nämlich eine frei an der Decke entlang gehende, über Jahre hinweg benutzte Gasleitung demontiert. Hey, bei einem Defekt hätten alle sterben können.
Auf dem Parkplatz ist eine mittelgroße Sperrmüllsammlung. Die Cafeteria ist (hoffentlich nur vorübergehend) nach draußen gezogen, was Umsatzeinbrüche bei Regen und Schnee bedeuten dürfte. Die Decke ist in einem desaströsen Zustand, überall fehlen Platten und im Foyer kommt ab und an was runter gerieselt. In einem AG-Raum tropft Wasser durch ein Loch. Das hat vielleicht auch alles einen Sinn, aber es sieht irgendwie traurig aus.

26.10.09

Home is where Your Heart is

 
So was gibt es nur da, da bin ich ziemlich sicher.

Wäre gerne noch geblieben, so ungefähr für immer. Nicht wegen der Sonnenuntergänge, sondern wegen dir. Vielleicht sind die auch überall so, und ohne dich merk ich das nicht.

21.10.09

Köln


Okay, wir sind nicht letzten Donnerstag nach Köln gefahren, sondern erst gestern. Das war wohl eine ganz gute Entscheidung, das Wetter war nämlich schön. Und sowieso sonst alles auch.
Wer jetzt auf neue Gruselgeschichten aus der Bahn gehofft hat, der wird leider enttäuscht, denn sowohl die mehr als dreistündige Hinfahrt als auch die mehr als dreistündige Rückfahrt mit Regionalzügen sind problemlos verlaufen.
Das sieht jetzt auf der Streckenkarte vielleicht ein bisschen komisch aus, aber das hat man gar nicht gemerkt. Echt nicht. Oo
Köln ist ein besonderer Ort für uns, und ganz, ganz besonders die Hohenzollernbrücke beim Hauptbahnhof. Und seit ein paar Monaten hängen Pärchen da Schlösser dran und werfen die Schlüssel in den Rhein. Der Bahn gefällt das nicht so und sie wollte die erst abknipsen, aber dann fand sie wohl, dass sie sich lieber nicht durch so eine herzlose Aktion noch unbeliebter machen wollte.
Als wir im Sommer unter großer Hitze und großem Gepäck da mal kurz vorbeigeschaut haben, waren es schon richtig viele Schlösser. Inzwischen sind es bestimmt tausend oder noch mehr. Jetzt ist unseres auch dabei.




Schöner hätte der Tag gar nicht sein können.

Was gibt es sonst noch zu sagen? Ferien sind toll... Vor allem aufgrund des Hierseins... Vollkommene Erholung.
Letztens bei Subway wurde ich übrigens wieder gefragt, ob ich denn wirklich Oliven drauf will. Damit wäre meine Theorie wohl bewiesen!

14.10.09

Nein, wir fahren heute nicht mehr nach Münster!

Also mir geht es so weit sehr gut. Ich bin an einem Ort, den ich sehr mag, hatte heute etwas mit einem Geflügelwürstchen drin zum Frühstück und später noch Pizza, und meine bessere Hälfte schlummert gerade selig neben mir.

Wir haben heute ein ~großes Abenteuer~ erlebt. Wir waren in Essen Shoppen (Ich habe jetzt eine rote, karierte Jacke! Aber das nur so am Rande.) und sind dann zurück nach Ahaus gefahren. Mit dem Zug. Hier zeichnet sich ab, was der Knackpunkt dieser Geschichte werden soll.
Inzwischen zu Bahn-Profis geworden, bleiben wir auch in den irrwitzigsten Situation halbwegs ruhig, und wenn andere Leute mit schreckensgeweiteten Augen vor der Anzeigetafel stehen, haben wir nur noch ein hysterisches Lachen übrig. Es war zwar ärgerlich, dass sich der Heimweg um 3 Stunden verlängert hat, aber wenig überraschend.

Exponat A - Die Streckenkarte

Der Hinweg ist grün eingezeichnet, der Rückweg rot. Eigentlich hätten Hin- und Rückweg ja deckungsgleich sein sollen. Das klappte nur bedingt.


Exponat B - Eine Reise in Bildern
Am Anfang stand der Essener Hauptbahnhof, beziehungsweise standen dort wir, bepackt mit Einkaufstüten vom Gewicht eines handelsüblichen fünfjährigen Kindes.
Ganz eigentlich hatten wir uns ja einen noch anderen Rückweg ausgesucht, so zum Spaß, aber aufgrund des Chaos durch gesperrte und umgelegte Gleise blieb der Zug unauffindbar
 

Seit ich den Essener Hauptbahnhof vor etwas weniger als einem Jahr zum ersten Mal gesehen habe, ist er eine Baustelle. Ich sehe seitdem keine Veränderung. Natürlich hat er auch seinen ganz besonderen Charme, nicht zuletzt wegen seiner besonderen Bedeutung für uns.
Und ist das handgemalte Schild nicht drollig?

Nun saßen wir also in der ganz gewöhnlichen Regionalbahn nach Dülmen. Zwei Stationen weiter hatte sich wenige Minuten zuvor jemand vor einen Zug geworfen, und da man bei der Bahn wohl nicht so gut mit Telefonen umgehen kann, blieb unser Zug nicht einfach in Essen, sondern wir wurden an der Stelle der Streckensperrung ausgesetzt - in Wanne-Eickel
 

Es ist nicht so toll, in Wanne-Eickel zu stranden. Der Bahnhof hatte nicht die ausreichende Kapazität für die gestrandete Personenmenge, es gibt kein Informationspersonal und der angekündigte ~Schienenersatzverkehr~ ist nach leidvollen eigenen Erfahrungen ein leeres Versprechen. Man beachte die verwirrte Personenmenge vor dem Bahnhof.
Vielleicht war es allein die Ausstrahlung dieses Ortes, die uns so schnell wie möglich flüchten ließ. Wir sind einfach mal so in eine Straßenbahn in Richtung Bochum Hauptbahnhof gesprungen. Bochum Hauptbahnhof klang groß und nach vielen Zügen in viele Richtungen. Nein, keine Ahnung, ob das klug war.


Im Bochumer Hauptbahnhof verpassten wir die S-Bahn nach Dortmund um genau eine Minute. Das lag daran, dass die Straßenbahn wenige Meter vor diesem Bahnhof im Tunnel 5 Minuten lang gehalten hatte.
In der nächsten S-Bahn, die nach 20 Minuten und noch wenige Minuten später kam, war die Toilette kaputt. Kein Schild der Deutschen Bahn ist so liebevoll gestaltet wie das Toilette-kaputt-Schild.

In Dortmund hatten wir dann erst mal keine Lust mehr und haben Pizza gegessen. Meine Gemüse-Pizza war überraschend. Sie enthielt genau das Gemüse, das man auf einer Gemüse-Pizza im Allgemeinen nicht erwartet. Eine Negativ-Gemüse-Pizza sozusagen. Aber ich mochte sie trotzdem. 
 

Mittlerweile wurde es dunkel. Ich weiß nicht mehr so genau, seit wie vielen Stunden wir zu diesem Zeitpunkt eigentlich schon hätten zu Hause sein sollen.
Unser letzter Zug dieses Tages, von Dortmund nach Ahaus, fuhr einigermaßen pünktlich ab. Er durchquerte einen verlassenen, zugewachsenen Güterbahnhof und man konnte die Maggi-Fabrik in der Nähe sehen. Eine Haltestelle vor dem Ziel musste der Zugführer auf die Toilette und verursachte eine Verspätung von gut fünf Minuten. Den Rückweg zum Führerhäuschen ging er außen am Zug lang, um nicht angebrüllt zu werden.


Wisst ihr was? Am Donnerstag fahren wir nach Köln. Aber nicht durch Wanne-Eickel. Oo

08.10.09

Ferien! :D

Aufgrund meines tatkräftigen Einsatzes bei der Aufräumaktion letzten Mittwoch (da wo die Gehirne und das radioaktive Material gefunden wurden) muss ich morgen nicht noch mal in die Schule. Ich weiß nicht, ob die Kinder, die zwei Tage später die Computer wieder zurück getragen haben, auch eine Belohnung bekommen oder ob wir die Computer je wieder sehen werden.
Es wäre um die Computer nicht so sehr schade, eher um das Zubehör. Zum Beispiel die Tastaturen, die keine zentimeterdicken Staub- und Fettablagerungen tragen wie die in den Computerräumen des Hauptgebäudes. Die wurden noch nie sauber gemacht. Niiiiieeee. Seit ich heute unüberlegt so eine Tastatur angefasst habe, habe ich keine Angst mehr vor der Schweinegrippe oder ähnlichen Kleinigkeiten.

Was soll's. Jetzt freu ich mich grade ein bisschen des Lebens. Und schon morgen früh mach ich mich mal wieder auf den Weg. ♥

07.10.09

Was möchte man mit dieser Beschilderung ausdrücken?

Ich bin froh, dass ich schon groß bin und kaum noch Unterricht im Hauptgebäude meiner Schule habe. Da ist alles alt und eklig und kaputt und kleine Kinder werfen sich gegenseitig durch den Korridor, sodass man gute Reflexe braucht, um heil am Klassenraum anzukommen.
Wenn man so selten da ist, gehen natürlich auch die wenigen Innovationen an einem vorbei. So entdeckte ich erst heute die neue Multifunktionalität dieses Raums (KLICK):




Medienzentrum und Damentoilette!
Gut, es wird weniger lustig, wenn man weiß, dass diese Toilette seit Jahrzehnten zugesperrt und nicht mehr in Betrieb ist. Aber immerhin bleibt die Tragik, dass die Kennzeichnung als Toilette das einzige in diesem Gebäude ist, das noch hübsch und ganz aussieht.

Unser netter Lehrer hat das ~Medienzentrum~ kurz aufgeschlossen, um unsere Neugier zu befriedigen. Darin stehen drei Fernseher auf Rolltischen, mehr nicht. Medienzentrum. Das klingt gehaltvoll. Mediennnnzentrum. Ein schönes, bedeutungsvolles Wort.

30.09.09

Fröhliche Evakuierung

Ich habe heute Computer gestapelt, mit einem LIDL-Einkaufswagen einen winzigen Aufzug geteilt und wurde von zwei Verrückten auf einem rollenden Tisch durch die Gegend geschoben.
Dies kann natürlich nur Teil eines ganz besonderen Szenarios sein: Das komplette Obergeschoss der Oberstufe wurde im Zuge des nun beginnenden Umbaus der naturwissenschaftlichen Räume ausgeräumt. Aufgrund der überraschend plötzlichen erwachsenen Geisteshaltung der Jahrgangsstufe 12 endete die Arbeit frühzeitig und ohne größere Verletzungen. Außerdem hatten wir Kuchen.

Wir wissen nicht, wo wir während des Umbaus hin sollen. Es fallen immerhin dauerhaft 11 dauerhaft belegte Räume weg. Die versprochenen Container ('Wenn ihr erst mal drin seid, werdet ihr gar nicht mehr merken, dass das Container sind!' - 'Klong, klong.') werden nicht aufgestellt. Vielleicht machen wir unsere Säure-Basen-Reaktionen jetzt auf dem Flur. Wer weiß. Uns sagt ja keiner was.

Jedenfalls hatten wir beim Aufräumen ein bisschen Spaß. Aus den naturwissenschaftlichen Sammlungen wurden folgende Dinge zu Tage gefördert:
● Zwei gut erhaltene menschliche Gehirne, eins davon in einem Gurkenglas
● Mehrere 5,25″-Disketten mit brisanten Daten aus vergangenen Jahrzehnten
● Ein Stadtplan von Darmstadt aus dem Jahr 1984, mit dem Namen eines heute 37-jährigen Lehrers beschriftet
Radioaktives Material ('Herr H., wo kommen diese schwarzen Steine hin?' - 'Oh Scheiße! Das sind Bleiblöcke! Leg die zurück! Dahinter ist radioaktives Material! Wusste gar nicht mehr, dass das hier liegt!')

Mein persönliches Highlight war ja der kleine Junge, der sich einfach zu mir an den Altpapiercontainer gestellt hat, um ein paar vergilbte Informatik-Bücher vor dem Tod zu retten. Er meinte auch ganz stolz, dass er ein Laufwerk für die 5,25″-Disketten hat, und hat sich davon auch eine mitgenommen.