26.03.09

Hiobsbotschaft

[Der Titel wird zum Flachwitz, wenn man den Text gelesen hat. Aber er hat sich so angeboten. xD]


Manchmal ist Schule gar nicht so zermürbend. Ich hatte heute nur Kunst und da haben wir tatsächlich gemalt anstatt uns wie sonst durch Interpretationsanleitungen zu quälen.


Nächster Tagesordnungspunkt: Fahrstunde.
Ich hatte ein kleines Problem, das Auto zu finden, denn ... es ist  nicht mehr dasselbe Auto!
Das Auto von meinem Fahrlehrer ist tot. Motorschaden. Es wird nie wieder zurückkehren. Jetzt hat er einen Leihwagen, das ist auch ein Golf V, aber nicht MEIN Golf V.
Es ist ja nicht ungewöhnlich, dass Fahrschulautos nicht lange leben. Aber das hat mich schon ziemlich traurig gemacht. In den 12 Stunden hatte ich ihn echt lieb gewonnen...
Dann also in diesem deprimierenden fremden Auto bei deprimierendem Wetter zwei Stunden Überlandfahrt, von einem deprimierenden Kaff zum anderen. Gut, die Namen der Orte haben mich ein bisschen aufgeheitert. Leider konnte ich den Weg nachher im Atlas nicht nachvollziehen, weil die meisten Orte nicht auf der Karte waren.


Den Nachmittag hab ich größtenteils mit dem Buch Hiob aus dem Alten Testament verbracht. Je mehr ich von der Bibel gezwungen bin zu lesen, desto mehr werde ich in meinem Atheismus bestärkt.
Hiobs Geschichte ist folgende: Gott wettet mit Satan, dass die Menschen auch dann noch zu ihm halten, wenn sie grausam und ungerechtfertig gestraft werden. Hiob wird als Versuchsobjekt ausgewählt und Satan darf mit ihm machen, was er will, so lange er ihn nur am Leben lässt. Hiob verliert seinen Reichtum, seine Kinder, seine gesellschaftliche Anerkennung und seine Gesundheit. Daraufhin fleht er etwa 35 Kapitel lang um eine Antwort von Gott, dem er natürlich immer noch treu bleibt, was das denn soll. Als Gott schließlich zu ihm spricht, meint er nur, seine Wege seien für Menschen unergründlich, und gibt Hiob als Entschädigung doppelt so viel Reichtum und neue Kinder.
Ge...nau. Hat Gott ja clever angestellt. Es hätte ihn wohl in ein schlechtes Licht gerückt, hätte er einfach gesagt: 'Sorry Hiob, ich hatte da eine Wette mit Satan, und da musste halt ein Mensch den Kopf hinhalten. Hast dich super gehalten, dankeschön! Hier hast du 14.000 Schafe.'
Ich glaube, es wäre fast lustig, noch mehr in der Bibel zu lesen, wenn das nicht so furchtbar mühsam wäre.

22.03.09

Aber ich will niemals fragen, wo ich war

Mein Blog wird heute genau ein Jahr alt. Zeit für eine Rekapitulation.
Auf in einen neuen, teilprotokollierten Lebensabschnitt!, hab ich damals geschrieben, fast als hätte ich es wirklich geahnt. Ich weiß nicht, wo das Jahr hingegangen ist, so schnell war es vorbei, und dabei hat es tiefere Spuren hinterlassen als jedes andere.
Es sind ungefähr die besten Dinge überhaupt passiert, Berlin, Köln, Frankfurt, Essen, Dort & Hier, in meinem Kopf und überhaupt. Ich weiß, du glaubst immer noch nicht, was du gemacht hast, aber es ist so. Bitte hör nicht auf. Ich liebe dich.
Und dann sind da noch die Dinge, die einem den Boden unter den Füßen wegreißen, alles mit sich fortreißen, was jemals sicher war. Die Definition von Heimat. Menschen. Ich hätte nie gedacht, jemals um einen Menschen weinen zu müssen, aber es summiert sich langsam.
Die Unbeschwertheit von letztem Sommer kommt nie mehr zurück. Die von letztem Frühjahr erst recht nicht, und ich hab sie nicht genug genossen. Vielleicht werde ich nächstes Jahr an dieser Stelle genau dasselbe schreiben, und davor hab ich Angst. Wie viel Veränderung macht einen Menschen erwachsen, wie viel kann er schlussendlich ertragen?
Ich will auch auf keinen Fall mehr zurück, da würde ich zu viel vermissen. Es ist ein bisschen wie mit der Frage, ob man nicht doch lieber ein Passant wäre.

15.03.09

Sonntag ... #5

Es war ein guter Freitag der 13. und ein guter Geburtstag. Mehr als das.
Aber ich werde wohl nie verstehen, warum an Bahnhöfen sonst niemand weint. Niemand, nie.


Bevor du da warst, Bella, war mein Leben eine mondlose Nacht. Sehr dunkel, aber mit Sternen - Punkte aus Licht und Weisheit. Und dann bist du über meinen Himmel gesaust wie ein Meteor. Plötzlich stand alles in Flammen, da war Glanz und da war Schönheit. Als du weg warst, als der Meteor hinter dem Horizont verschwunden war, wurde alles schwarz. Nichts hatte sich verändert, aber meine Augen waren vom Licht geblendet. Ich konnte die Sterne nicht mehr sehen. Und -
'Bis(s) zur Mittagsstunde', die Stelle, die man nicht zu Ende vorlesen kann


1 neues Zitat.

09.03.09

Theorieprüfung | Kaltes Buffet

Tschakka! Theorieprüfung bestanden!
Nie wieder ätzende Fahrschulbögen ausfüllen!

Seit kurzer Zeit kriegt man bei der Theorieprüfung ja keine Papierbögen mehr, sondern muss sie am PC machen. Das kam mir gleich ein bisschen suspekt vor, als ich das gehört habe. Und die Technik hat tatsächlich so ihre Tücken.
Es hat eine halbe Stunde sowie einen Anruf in der Zentrale gebraucht, um 8 der 10 Plätze in Gang zu kriegen. Die letzten zwei Prüflinge mussten dann noch warten, bis jemand fertig war. Möglicherweise wenig förderlich für ihre psychische Verfassung. oO

In der Schule hab ich nichts verpasst. Heute war Europatag. Das heißt, das Foyer der Oberstufe wird mit einem Labyrinth aus Plakatwänden zugestellt und was noch frei bleibt, mit Stühlen bestückt. Dann setzen besonders engagierte Lehrer ihre besonders braven Klassen/Kurse auf die Stühle und befehlen ihnen, dekorativ zu sein (natürlich wurden etwa zwei Klassen zu viel hingeschickt, was die Dekorativität des Bildes etwas gestört hat), um die Schule in ein gutes Licht zu rücken, während Politiker und dazu genötigte Schüler über Europa reden.
Diese unverhohlen scheinheilige Veranstaltung wäre vielleicht ein bisschen interessant gewesen, wenn der Ton ordentlich gewesen wäre und man auch von den provisorischen Plätzen wenigstens die Köpfe gesehen hätte. Ich kann ja im Sitzen eigentlich nicht schlafen, aber irgendwo waren 10 Minuten, die bemerkenswert schnell rum gingen.
Eine positive Überraschung, gab es allerdings: Gratis-Buffet, und das nicht nur für die Gäste sondern auch für die Dekoration. Eine Strategie, 200 Schüler 5 Stunden lang bei Laune zu halten, die man nur weiterempfehlen kann.

Ich werde jetzt meine Mutter einen Fahrschulbogen ausfüllen lassen, um noch ein bisschen fröhlicher zu werden.

07.03.09

Frizel ist jetzt eine von ihnen

Ich hab mich also bequatschen, freundlich beißen, mir vorschwärmen und mir schließlich 'Bis(s) zum Morgengrauen' ausleihen lassen. Und es ist wirklich so, wie alle sagen. Wie bei Tetris, nur einnehmender. Vorgestern hab ich 50, gestern 250 und heute 200 Seiten gelesen. Jetzt hab ich Kopfschmerzen und möchte bitte den nächsten Band. Aber ich hab mich nicht in Edward verliebt. Ha!

02.03.09

Handschuhe? Nur in der Oberstufe!

Meine Schule wird zu einem zunehmend ungemütlichen Ort.
Nachdem wir nicht mehr auf dem Fußboden sitzen dürfen, gibt es nun auch ein totales Handy-Verbot, außer in speziellen ~Handy-Zonen~ (dann drehen wir die Gewaltvideos eben mit der Digitalkamera und verschicken sie übers Internet), und es werden ein paar Überwachungskameras angebracht. Damit niemand Fahrräder klaut.

Gut, es gibt auch ein paar sinnvolle neue Pläne. Man will alle naturwissenschaftlichen Fachräume komplett umbauen und sich neue Physik/Bio/Chemiesammlungen gönnen. Das bedeutet, wir machen im Sommer oder so die wertvolle Erfahrung von Unterricht in Containern. 'Wenn ihr erst mal drin seid, werdet ihr fast keinen Unterschied merken!' *klong, klong*

Heute: Biologie im Naturwissenschaftstrakt des Hauptgebäudes.
'Also, Kinder, beim letzten Versuch hätte nicht alles braun und eklig werden sollen. Es hätte gar nichts passieren sollen. Und heute hätte nicht gar nichts passieren sollen, sondern es hätte eine riesige Sauerei geben sollen. Wie Badeschaum.'
Das ist eine Aussage über den Zustand der aktuellen Chemiesammlung. Wir hätten die Handschuhe, die wir nicht hatten, zusätzlich zu den coolen Brillen, gar nicht gebraucht, das Wasserstoffperoxid war nämlich gepanscht.
Ich mag nicht wieder die Versuche machen, wo man selbst ins Reagenzglas sabbern muss. Das waren die einzigen, die funktioniert haben...


Randnotiz: Übrigens hält Folienstift auf Zehennägeln sehr gut.