30.09.09

Fröhliche Evakuierung

Ich habe heute Computer gestapelt, mit einem LIDL-Einkaufswagen einen winzigen Aufzug geteilt und wurde von zwei Verrückten auf einem rollenden Tisch durch die Gegend geschoben.
Dies kann natürlich nur Teil eines ganz besonderen Szenarios sein: Das komplette Obergeschoss der Oberstufe wurde im Zuge des nun beginnenden Umbaus der naturwissenschaftlichen Räume ausgeräumt. Aufgrund der überraschend plötzlichen erwachsenen Geisteshaltung der Jahrgangsstufe 12 endete die Arbeit frühzeitig und ohne größere Verletzungen. Außerdem hatten wir Kuchen.

Wir wissen nicht, wo wir während des Umbaus hin sollen. Es fallen immerhin dauerhaft 11 dauerhaft belegte Räume weg. Die versprochenen Container ('Wenn ihr erst mal drin seid, werdet ihr gar nicht mehr merken, dass das Container sind!' - 'Klong, klong.') werden nicht aufgestellt. Vielleicht machen wir unsere Säure-Basen-Reaktionen jetzt auf dem Flur. Wer weiß. Uns sagt ja keiner was.

Jedenfalls hatten wir beim Aufräumen ein bisschen Spaß. Aus den naturwissenschaftlichen Sammlungen wurden folgende Dinge zu Tage gefördert:
● Zwei gut erhaltene menschliche Gehirne, eins davon in einem Gurkenglas
● Mehrere 5,25″-Disketten mit brisanten Daten aus vergangenen Jahrzehnten
● Ein Stadtplan von Darmstadt aus dem Jahr 1984, mit dem Namen eines heute 37-jährigen Lehrers beschriftet
Radioaktives Material ('Herr H., wo kommen diese schwarzen Steine hin?' - 'Oh Scheiße! Das sind Bleiblöcke! Leg die zurück! Dahinter ist radioaktives Material! Wusste gar nicht mehr, dass das hier liegt!')

Mein persönliches Highlight war ja der kleine Junge, der sich einfach zu mir an den Altpapiercontainer gestellt hat, um ein paar vergilbte Informatik-Bücher vor dem Tod zu retten. Er meinte auch ganz stolz, dass er ein Laufwerk für die 5,25″-Disketten hat, und hat sich davon auch eine mitgenommen.

28.09.09

Als wäre es nicht gestern gewesen

 Es gibt 2 Welten.
Ein warmes Glühen. Herzklopfen. -
Kälte. Neonlicht. Stumme Menschenmasse. Surreal.

Und die Musik fing dort wieder an, wo sie Freitagabend aufgehört hatte. Als hätte die Welt nur kurz Atem geholt.
Hab auf dem kurzen Heimweg mal versucht, die Sonnenbrille so lange wie möglich aufzulassen. Als ich sie abgenommen habe, kam nicht unbedingt irgendwelche Farbe zurück, weil grau war es eh nicht. Das wäre zu einfach. Dieser schrecklich schöne Spätsommertag hatte ein gleißend gelbes, stechendes Licht. Surreal. Wie in einem dieser Träume kurz vor dem Aufwachen.

Ich bin nicht so traurig. Das würde diesem Wochenende nicht gerecht werden. Und ich weiß ja, dass dieses Jahr richtig gut wird.


Flirren und Rauschen hinter Glas
Wir sind wichtig, von dir bis hier
Ankunft und Abflug - und mittendrin wir

21.09.09

FAIL des Tages

Da es nichts wirklich Berichtenswertes gibt, habe ich mal selbst die Initiative ergriffen und Neuigkeiten geschaffen.
Es gibt 3 neue Zitate. Und ich hab ein paar nette Bekannte verlinkt. Falls ihr lieber nicht mit mir in Verbindung gebracht werden möchtet oder ihr einen anderen Linknamen bevorzugen würdet, sagt Bescheid.

Eine Sache hat mir heute doch noch ins Auge gestochen. Bei einem Streifzug durch Karstadt erblickte ich dieses pinkfarbene, glitzernde PC-Spiel für kleine Mädchen. Es heißt nicht 'myPony', 'myDog' oder 'myKitten', sondern 'myBoyfriend'.



Klick.
Die 10-jährige Samira-Madeleine kann sich nun am Bildschirm ihren Schwarm ganz individuell gestalten und im Traumurlaub durch anmutigen Karaokegesang oder das Mixen der süßesten Cocktails sein Herz gewinnen. Misserfolg wahrscheinlich unmöglich. Die weitere Pflege der Errungenschaft folgt dann wohl dem Tamagotchi-Prinzip.
Ich kann herzlich darüber lachen, wenn meine kleine Cousine an ihrem Nintendo-DS-Ponyhof scheitert, aber das hier ist ein bisschen bedenklich.
Männer werden zu Lifestyle-Accessoires gemacht. Samira-Madeleine wird ihnen einen ähnlichen Stellenwert zuweisen wie ihren Meerschweinchen Zac und Miley. Bald werden noch mehr minderjährige Tussis mit einem Kerl an der Hand durch die Fußgängerzone laufen, während ihr Outfit schreit: 'Nimm mich! Das da ist nur das Gegengewicht zu meiner Handtasche!'

Warummmmmmmm? D:

11.09.09

Ironischer Supermarkt

Ich wollte eigentlich nie wieder in diesen Supermarkt gehen. Das lag einerseits an der ungeschickten Platzierung des Karotten- und Gurkentischs vor dem Cornflakes-Regal - Die wollen, dass wir uns gesundheitsbewusst ernähren! - und andererseits an den Plakaten, die einen Willkommen heißen und verabschieden.
Da steht "Viel Freude bei Ihrem Einkauf!" beziehungsweise "Vielen Dank für Ihren Einkauf!" drauf. In Anführungszeichen. Das macht man nicht. Jeder, der weiß, dass man das nicht macht, liest: 'In diesem Supermarkt werden Sie gefoltert!' und 'Bitte beehren Sie uns nie wieder!' Ich weiß, das ist ein bisschen kleinkariert, aber ich krieg diese Eigenschaft von Anführungszeichen als verdammt cooles Stilmittel einfach nicht aus dem Kopf...
Als ich das letzte Mal da war, war auf den Plaketen noch eine gruselige Frau abgebildet, irgendein C-Promi, und der Text war länger. Aber die neuen sind noch verstörend genug. Übertrieben fröhliche Smileys! Ahhhhh!



Aus gegebenem Anlass noch mal dieses Bild, um uns alle zu versichern, dass nicht jeder geistige Totalausfall ohne Rache bleibt.

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08.09.09

Gestern Abend hab ich gespürt...

... wie irgendwo unter den vielen Zahnrädern und Schaltkreisen ein Herz schlägt. Und dass das Maschinenöl warm ist. 55% Plasma, 44% Hämatokrit.
Und so lange das so bleibt, ist alles gut.

06.09.09

Ich hab aufgehört, die Sonntage zu zählen.

Weil, wenn man etwas nicht mehr zählt, entsteht der Eindruck von Regelmäßigkeit. Und es ist doch wirklich langsam so. Wäre übrigens #10 gewesen, also insgesamt 13x jetzt. Wie passend. Wir hätten sozusagen die Zeit eingeholt.

Und die Erkenntnis aus allem: Es gibt Zeiten im Leben eines Menschen, da verreist er, nur um mal wieder richtig gut schlafen zu können. War schön.

03.09.09

Meh.

In den Nachrichten über Dieter Althaus: '...und ich glaube, dass er erst zurückgetreten werden musste.'
*smack*
Es sind diese kleinen Dinge, die ab und an meinen Tag erhellen. ^^
Es gibt nichts Neues.
Immerhin, wenn man unter permanentem Stress steht, vergeht die Zeit ziemlich schnell. Zeit, in der ich zu viel verpasse. Wo du bist, was du machst, deine Witze, deine Gesichtsausdrücke. Es war so einfach, sich daran zu gewöhnen.
Na ja. Morgen. Morgen morgen morgen. <3