27.12.10

Zucker

Ich bin gerne bei Sven. Unter anderem auch, weil er schöne Füße hat. So, jetzt weiß es das ganze Internet.
Aber dazu kommen noch viele andere Dinge. (Die Füße wären ja auch bei mir zu Hause schön.) Hier gibt es zum Beispiel sehr viel Essen. Besonders in der Zeit nach Weihnachten. Die Zeit nach Weihnachten ist sowieso gut. Man hat die ganzen weihnachtlichen Süßigkeiten, aber keine Weihnachtslieder mehr. 

 

Gerne würde ich euch noch von interessanten, spektakulären Erlebnissen erzählen, aber der Schnee hindert uns daran, raus zu gehen und irgendwas Absurdes zu machen.
Ich bin jedenfalls glücklich. Hihi, Zuckerrausch.

23.12.10

Mmmmh, Rentierbraten.

Heute ist meine Stimmung in Bezug auf Weihnachten auf dem Tiefpunkt. Hoffentlich. Wenn es morgen noch schlimmer ist, beiße ich jemandem unterm Tannenbaum den Kopf ab. (Falls überhaupt jemand kommt, so unter Betrachtung der Straßenverhältnisse.)
Keine Ahnung, woran das jetzt liegt. Vielleicht nur an der Weihnachtsliedersendung, die gerade läuft. Ich darf nicht umschalten, um das zu überprüfen...
Ich lese jetzt 'Lord of the Flies'. Die Kinder, die darin vorkommen, sind bisher alle unsympathisch. Aber besser als die in der 'Weihnachtsbäckerei'. ... Hilfeeee!

20.12.10

Ich bin ein Pokémon-Freak.

Das erkennt man daran, dass ich gestern erst ausgerechnet habe, dass es in der Wahrscheinlichkeitsverteilung ziemlich normal ist, wenn man in der Zeit, seit ich schon Pokémon spiele, noch kein Shiny-Pokémon gesehen hat.
Shinies haben eine andere Farbe als normale Pokémon, sonst gibt es keine Unterschiede. Sie tauchen nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 0,01% auf, daher eignen sie sich sehr gut, seine Pokémon-Freak-Freunde damit zu beeindrucken.

Das hier hab ich heute gefangen:

Es ist sogar ein nützliches Pokémon. | Im Kampf gegen ein normal gefärbtes Girafarig.

Hihi. Jetzt bin ich aufgedreht.

Da nadelt nichts.

Wisst ihr, was das hier ist? Es ist ein Blogeintrag, der kein Bild von Schnee enthält. Weil es wahrscheinlich gerade keinen Ort in Europa gibt, wo nicht schon genug Schnee ist. Da muss man nicht auch noch auf dem Bildschirm Schnee sehen.
Also betrachtet in Ruhe die folgende Stelle, an der sich kein Bild mit Schnee drauf befindet.
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Schön, oder?

Also ich geh in nächster Zeit nicht mehr raus. Ich musste am Samstag viele Stunden draußen verbringen, weil wir bei einem Weihnachtsbaumverkauf an der Schule Waffeln verkauft haben. Das funktioniert besser, als es klingt. Viele Leute wollten Waffeln.
Die Organisation hat allerdings nicht so gut funktioniert. Es gab keine Plakate an der Straße, sodass uns sicher viele Kunden entgangen sind.
- 'Wer unterrichtet denn bei euch Marketingstrategien?'
~ 'Das gibt es nicht. Wir lernen nur Algebra und Stochastik. Wir können die Wahrscheinlichkeit berechnen, dass niemand kommt, aber wir können nichts dagegen tun.'
Außerdem stand das niedliche Verkaufszelt direkt auf 20 Zentimeter gefrorenem, komprimiertem Schnee. Es ist eine Offenbarung, wenn man einige Stunden nach so einem Einsatz feststellt, dass man Zehen hat. Zehen sind echt super.

Eine weihnachtliche Sache muss ich noch erwähnen. Wir hatten dieses Jahr in der Oberstufe den besten Weihnachtsbaum aller Zeiten. Er war über 2 Meter groß, gerade, gleichmäßig belaubt und hatte nur eine Spitze. Außerdem haben wir ihn mit Glycerin konserviert, sodass er in den 17 Tagen, die er dort stand, nicht genadelt hat. Er war besser als der Baum im Hauptgebäude.
Letztes Jahr war der Weihnachtsbaum der Oberstufe das Stück, das unten vom Baum des Hauptgebäudes abgeschnitten worden war. Oder sie hatten ihn falschrum aufgestellt.
Und jetzt noch was, das nichts mit der Jahreszeit zu tun hat.
Ich habe für Sven ein neues Layout gemacht. Das bereue ich ein bisschen, weil er jetzt einen schöneren Blog hat als ich. Vielleicht schreibt er auch mal wieder was rein. Im anderen Fall würde ich ihn beißen, aber ich kann trotzdem nichts versprechen.

07.12.10

Halt still // Das Bett ist ein Floß

Draußen - ist die Welt damit beschäftigt, von Schneemassen überrollt zu werden, und dann von Streufahrzeugen. Und von Weihnachtsmärkten, aber das ist ganz metaphorisch gemeint.

Drinnen - liegen wir still und tun nichts, und das ist genug. Wenn ich deinen Herzschlag nicht hören kann, bist du zu weit weg.

Und der Weg nach Hause ist manchmal ganz schön lang.

29.11.10

Schneeblind

Wie doof und ätzend Schnee eigentlich ist, merkt man dann, wenn man zum ersten Mal alleine das Auto freischaufeln muss.

Gestern, als ich auf dem Weihnachtsmarkt stehen musste (für die Finanzierung des Abiballs), hat es glücklicherweise noch nicht geschneit. Und noch besser war, dass auch keine Weihnachtsmusik gespielt wurde. Eine himmlische Stille, nur unterbrochen vom gelegentlichen scharrenden Quietschen des Kinderkarussells. Der Weihnachtsmarkt war wohl so klein, dass es sich nicht gelohnt hätte, dafür GEMA-Gebühren zu zahlen.
Da hatten die Leute dann richtig gute Laune. Aber der Verkauf lief trotzdem nicht so gut. Wer will schon Suppe, wenn an einem anderen Stand Waffeln angeboten werden? Letztendlich hätten wir einen Großteil der Suppen selbst essen können, aber jemand hatte sehr viele Frühlingsrollen für uns dabei. Ich kann schon nachvollziehen, warum die Suppen nicht so ein großes Publikum angelockt haben.

Unser Glühwein ging etwas besser. Schon allein, weil sehr viele engagierte Eltern und Lehrer vorbeigekommen sind, um sich zu betrinken uns zu unterstützen.

22.11.10

Yeah Yeah Yeah

Es geht jetzt noch mal um das Wochenende, und zwar etwas ausführlicher.
Wir waren bei den Fantastischen Vier in Frankfurt. Man sollte ja meinen, bei so großen Stars gäbe es immer ein riesiges Gedrängel und Geschubse und man müsste schon vormittags vor der Halle campen und dabei allmählich erfrieren, wenn man was sehen will. Aber nein, das gibt es nur bei Grönemeyer und Tokio Hotel. Für Ersteren bin ich bereit, das ab und an zu tun, aber schon merkwürdig, wenn man sieht, dass das auch ganz anders geht. 


Es lief alles ganz entspannt, die Security hat sich köstlich über unsere 2 Liter an Trinkpäckchen amüsiert, und wir hatten einen wundervollen Platz in der ersten Reihe, wo der Herr Smudo kurz vor der Show einfach mal vorbeigelaufen ist.
Die Vorband war so gar nicht der Rede wert, aber dann haben vier 40-jährige Männer mehr als zwei Stunden ganz große Show gemacht, wobei einer sein T-Shirt ausgezogen und der andere Stagediving gemacht hat. Hat sich gelohnt. 




Wir haben dann die S-Bahn um 2 Minuten verpasst und konnten noch ein bisschen den Hauptbahnhof bei Nacht bewundern. Niemand will mitten in der Nacht nach München, warum eigentlich?
Es ist schön, am Bahnhof zu sein und noch mal zusammen nach Hause zu gehen.


Nächstes Wochenende wird nicht so schön. Da steh ich auf dem Weihnachtsmarkt und verkaufe Suppe für unseren Abiball. Mir ist dann eingefallen, dass ich eine Weihnachtsmarktphobie habe, weil alles weihnachtlich ist und man sich nicht bewegen kann. Hoffentlich kommen nicht so viele Leute und alle wollen bloß unsere Suppe.

21.11.10

Ich will mit.

Es ist kalt hier.
Gut, dass du mein Herz gestohlen hast. So lange du es mit dir herumträgst und wärmst, werde ich sicher nicht erfrieren.

09.11.10

Schwarmintelligenz

Dieser Text ist den Reisenden im vorgestrigen ICE 603 von Köln Richtung Basel gewidmet. Ich bin mir sicher, dass jeder von ihnen für sich ein ganz netter und kluger Mensch ist, aber im Bereich Schwarmintelligenz haben sie versagt. Es begann damit, dass sehr viele Leute hastig aus dem am Gleis gegenüber liegenden IC 2213 herübergeströmt sind. Dabei lagen die 1.-Klasse-Wagen parallel zu den 2.-Klasse-Wagen und umgekehrt, weswegen alle in die falschen Zugteile gestiegen sind. Hauptsache, erst mal im Zug sein, sortieren kann man sich auch später noch, nicht wahr? Hat dann leider nicht so gut geklappt.
Bei dem, was sich im letzten, nach wenigen Sekunden voll besetzten 2.-Klasse-Wagen abspielte, musste ich zum ersten Mal seit vielen Jahren an Erdkunde denken. Plattentektonik. Konvergenz. Subduktionszone. Nach dem ersten missglückten Herumwuseln und Einquetschen der Menschen in der Mitte des Wagens gingen alle in den Verzweiflungsmodus. Sie stellten jegliche Bewegung ein und guckten traurig, weil sie keinen Sitzplatz hatten.
Bis zum nächsten Halt in Siegburg/Bonn hatten es zwei oder drei 1.-Klasse-Passagiere mit ihren kleinen Aktenköfferchen geschafft. Ich bin ausgestiegen und zwei Wagen weiter nach vorne gegangen. Da hatten die Menschen im Verzweiflungsmodus einen Platz gefunden, wo sie sich auf den Boden setzen konnten. Es waren noch 10 Sitzplätze frei. Wenn ich eine schlafende Oma wecken oder jemanden zwingen müsste, seine 4 riesigen Taschen auf dem Schoß zu stapeln, frage ich auch nicht, ob ich mich da hinsetzen kann. Aber die haben schon alle sehr schnell aufgegeben.

Ich könnte jetzt grade wieder zurück fahren. Die ganze Zeit schon. Auch wenn beim maximalen Verkehrsaufkommen nur ein Zugteil verkehrt und einen mittelschweren Triebfahrzeugschaden hat und es ganz doll schneit. Ich finde, das sollte die neue Definition von Eisenbahnromantik sein.
Setz den 1 Meter großen Plüschpinguin auf die Liste der Dinge, die ich dir kaufe, wenn ich mal mein eigenes Geld verdiene. Wenn es nie wieder riesige Plüschpinguine gibt, kannst du stattdessen eine Kegelrobbe oder so haben.

Es gibt noch 5 neue Zitate.

31.10.10

Sims

Erst mal ein fröhliches Halloween euch allen. Ich würde heute gerne mal wieder Gebratenes Händchen essen, aber meine Mutter ekelt sich davor.

Ich will gar nicht viel sagen, stattdessen habe ich ein tolles, gigantisches Bild mitgebracht. Zur Feier dessen, dass ich zum ersten Mal in den, uh, 6 Jahren, seit ich Sims spiele, eine Legacy Challenge (also eine Familie über 10 Generationen) beenden konnte, gibt es hier den Stammbaum der Familie.
Anna Taylor ist jetzt die glücklichste Frau der Sim-Welt. Ihre Nachkommen wurden nicht auf halber Strecke von der schwarzen Leere eines nicht zu behebenden Bugs verschluckt.
Klicken, um das ganze Bild zu sehen.

24.10.10

Herbst 2010

Ich glaube, die letzten friedlichen Ferien in meinem Leben sind vorbei. Weil, in den nächsten Ferien muss ich ja schon Mathe lernen, um das superste Abitur überhaupt schreiben zu können. Für weniger als das superste Abitur überhaupt hab ich die letzten 13 Jahre nämlich nicht durchlitten. Möglicherweise. Vielleicht ist es auch zu anstrengend, eine Formelsammlung zu werden. Dann würden die Ferien noch mal so schön werden wie diese.

Hier sind Bilder von Dingen, die toll waren. 



Die zwei Konzerte, die man hier erahnen kann, waren Sophie Hunger in Essen und Wir sind Helden in Mainz.
Sophie Hunger kennt vermutlich keiner, aber sie ist toll. Da kann man sich davon überzeugen.
Bei Wir sind Helden waren wir in der ersten Reihe. Yay! ♥

Das Bild mit dem Schiff in der malerischen Landschaft kommt von der Rheinstrecke. Wir sind auf diesem Weg zu mir gefahren, weil wir uns was anderes nicht leisten konnten. Ich will nicht so weit gehen zu sagen, dass es sich gelohnt hat, aber die abwechslungsreiche Aussicht zwischen Dortmund und Frankfurt hat die Fahrt gar nicht so lang erscheinen lassen.
In Koblenz haben wir den Dunkel Elektro- und Leuchten-Großhandel gesehen. Weitere unglückliche Firmennamen, die uns in den letzten Wochen aufgefallen sind: Axthelm + Zufall Internationale Spedition (falls Ihr Paket ankommen sollte, ist es wahrscheinlich zerhackt) und ADS Kunststoff-Präzisionsarbeiten (wenn wir uns lange genug konzentrieren können, wird das Produkt echt super).

Das erste Bild entstand, als es noch schön warm war. Wir sind zwischen einer Straße und einem Feld mit ungesund aussehendem Zombie-Mais entlang gegangen und du hast alberne, niedliche Sachen gesagt, um mich zu quälen. Jetzt ist es schon fast wieder Winter und ich bin dagegen. Vielleicht werde ich deswegen ein kleines bisschen trauriger, als ich gesagt habe. Wenn es auf einmal so kalt und dunkel ist, fehlst du mir halt ganz besonders.

15.10.10

Zombies

Seit ein paar Tagen bin ich sicher, dass ich Zombie-Filme mag. Ich hab mich nämlich in Resident Evil IV in 3D mitschleifen lassen und es war ziemlich cool.
Viele Kritiker haben geschrieben, dass der Mangel an Handlung und Logik wehtut, weil dem Film die Selbstironie fehlt. Also, ich finde, es hat gereicht, um darüber lachen zu können. Dinge wie 'Autsch, jetzt sind sie aber erledigt! Da ist zwar noch eine Person, die sie gerade befreit haben, aber sie ist hinter einer riesigen Stahltür, die beim Öffnen laute Geräusche macht, sodass sie sich nicht unauffällig anschleichen und den Schurken erschießen kann. - Wie niedlich, Zombie-Hunde! - Oh, sie hat sich unauffällig angeschlichen und den Schurken erschossen...' oder 'Die Hauptfigur hat ja eine ganz schön große Gruppe an Überlebenden getroffen. Schade, dass man schon weiß, wer von ihnen sterben wird...' geben solchen Filmen ihren ganz eigenen Charme.
Die Zombies fand ich ziemlich witzig, bis auf den mit der riesigen Axt. Der war einfach nicht kaputt zu kriegen. Aber erschreckt hab ich mich vor dem auch nicht, sondern nur vor einem Vogelschwarm in einem Flugzeugwrack. Mein Begleiter hielt das für irre lustig.

Die Film-Zombies waren nicht gruselig. Aber begegnen mag ich ihnen ganz sicher nicht. 


Sieht nämlich nicht gut für mich aus. Uh-oh. D:

Jetzt sollte eigentlich eine Überleitung kommen, in der ich die Zombie-Apokalypse mit der Klassenfahrt nach London vergleiche, aber es gab nicht genug Ansatzpunkte, um es lustig zu machen.
Also nur so viel, wir kriegen vom Reiseveranstalter Geld zurück. Bisher steht ein Angebot über den symbolischen Betrag von 10€ pro Person im Raum. Unsere Lehrer haben versprochen, den Kampf fortzusetzen.

Ich habe Sven seine Tapete als Hintergrund des Blog-Layouts eingeklebt, damit es dort etwas heimeliger aussieht (und weil die Tapete hübsch ist), aber er bloggt trotzdem nicht mehr. Wenn ihr wollt, dass ich ihn dafür beiße, schreibt es hier in einem Kommentar. Das ist die Gelegenheit!

06.10.10

Merkwürdige Plakate

Ich wurde heute fast von einem Stück Bus erschlagen. In einer scharfen Kurve hat sich eine Verkleidung selbstständig gemacht. Das wäre ein unwürdiger Tod / eine peinliche Verletzung gewesen. Und dabei sind die Busse der neuen Busgesellschaft noch so neu, dass sie noch komisch riechen...

Ansonsten geht es heute um merkwürdige Plakate. Man kann sie anklicken, um sie in ihrer vollen Herrlichkeit zu bewundern. 


 
Links - Es geht nichts über eine zielgruppenorientierte Auswahl der Werbeflächen. Ich bin unheimlich stolz auf meine Stadt. >_>
Rechts - Dieser Flohmarkt an meiner Schule war schon sehr lange geplant. Ich wollte mich daran beteiligen, um einer Verpflichtung für die Weihnachtsmärkte zu entgehen. 'Technische Gründe' heißt bei einem Flohmarkt, dass die Person, die ihn organisieren sollte, gestorben ist, oder?

Damit niemand ernsthaft über die letzte Frage nachzudenken anfängt und traurig wird, gibt es noch 5 neue Zitate.

26.09.10

Die knusprigen Momente im Leben

Immer ist es gerade schön, und dann musst du schon wieder weggehen. Und jetzt wird es manchmal schon kalt. Ich will nicht, dass bald schon wieder Winter ist, wo du mir nach und nach am Ende noch doppelt so viel fehlst.

Ich versuche jetzt mal, noch was total Fröhliches zu schreiben. Gestern haben wir das hier gegessen. 


Ja, da ist eine Frühlingsrolle dabei. Und alles andere ist auch schön fettig und knusprig. ... Oh, jetzt seid ihr alle traurig, weil ihr nicht auf der Stelle eine Frühlingsrolle haben könnt. Das wollte ich nicht. Ehrlich.

23.09.10

Wir lieben Überraschungen!

Seit ein paar Wochen lesen wir in Englisch Shakespeares Macbeth. Ich hoffe, niemand von euch muss je Macbeth lesen, es ist nämlich ziemlich doof. Nicht so doof wie Nathan der Weise, weil von mir erwartet wurde, dass ich Nathan der Weise verstehe, aber schon ziemlich doof.
Wir haben eine Ausgabe, in der es zu jeder Textseite eine weitere Seite mit einer kleinen Zusammenfassung und hilfreichen Fragen und Hinweisen gibt. Es ist ein Buch, das auch in England für Schüler unserer Altersgruppe gedacht ist, weil die da die Sprache auch nicht verstehen.
Wir werden nicht weiter lesen als bis zum Ende des zweiten Akts, weil wir ZOMG!keine Zeit haben und es wohl doch nicht so wichtig ist. Immerhin, ich habe von Macbeth schon gelernt: 'A good host does not kill his guests!'

Diese Woche haben wir die erste Klausur des Jahres geschrieben. Wir hatten ein wenig Angst dafür, weil sie über Macbeth sein sollte, genauer gesagt den ersten Akt, und wir uns nicht so ganz vorstellen konnten, über was man da so schreiben kann. Die Klausur hat sich letztendlich ungefähr so angefühlt: 


Das lag zum einen daran, dass sie fast vier Stunden lang war, ohne dass uns oder einem der Lehrer, dessen Unterricht dadurch gestohlen wurde, Bescheid gesagt worden war.
Zum anderen war sie nicht über Macbeth, sondern über Irland, das Thema von vor den Sommerferien.
Unser Lehrer meinte dann: 'Haha, ich kann euch doch nicht über Macbeth schreiben lassen! Originaltext von Shakespeare, so ein Schwachsinn. Dann könnt ihr ja nur schreiben, was ich euch im Unterricht vorgekaut habe, weil ihr selber kein Wort versteht. Das gibt's hier nicht. Und im Abitur, da wisst ihr ja auch nie, was alles drankommt, also gute Abiturvorbereitung! *stolz*'
Aber im Abitur wissen wir, dass wir nicht wissen, was drankommt...
Ich glaube inzwischen, er wollte einfach vertuschen, dass er vergessen hat, dass er uns schon Macbeth als Klausurthema gesagt hatte.

13.09.10

Kirmes



Oh, es bewegt sich doch schneller als gedacht. Und es geht ganz schön hoch. Es schwankt ein bisschen. Warum wirkt die Gondel auf einmal so klein und fragil? Selektive Höhenangst! Warum sind wir hiiieeer? D: ... Aber es ist so romantisch!

07.09.10

'Haha. Toll. Ihr habt also die ganze Zeit gesoffen. Wir waren nur high vom Sagrotan.'

Man kann nicht sagen, dass die Klassenfahrt der totale Reinfall war. London ist schon sehr interessant. Und jetzt bin ich auch ein bisschen vom Fliegen begeistert. Fliegen bedeutet, dass man fast taufrisch an einem Hunderte Kilometer entfernten Ziel ankommen kann. Außerdem hab ich gesehen, dass Wolken Schatten werfen. Und ich konnte an einer Stelle vorne Holland und hinten England sehen. OMG. :D [Bin ich leicht zu begeistern?]

Am ersten Tag in London haben wir uns gedacht, die Straße gehört wohl den Fußgängern, weil alle Leute bei Rot über die Straße gegangen sind. Sie tun das, weil die Ampelschaltung wirklich verdammt lang ist. Nach und nach sind uns aber die vielen Krankenwagen aufgefallen. Und dass vor allem die Taxifahrer nicht bremsen. Wie in Berlin eigentlich. Dann sind wir nicht mehr bei Rot über die Straße gegangen, auch wenn wir uns dadurch als Touristen geoutet haben.

Ich will jetzt nicht so viel über das Programm schreiben, das interessiert eh keinen. Nur so viel: Es hat sich sehr von dem eigentlich geplanten unterschieden, weil unsere Lehrer es jeden Tag am Frühstückstisch noch mal überdacht haben.
Sie sind alles etwas lockerer angegangen. Als wir es nicht rechtzeitig zur Bootsfahrt geschafft haben, ist erst beim dritten Anruf überhaupt jemand ans Telefon gegangen. Wir hätten tot sein können. Egal! - Andererseits: Alleine haben wir uns kein einziges Mal verlaufen. Mit den Lehrern zusammen mindestens einmal am Tag.
Hätten die Mitarbeiter der Londoner U-Bahn in dieser Woche gestreikt und wir hätten überall hin laufen müssen, wären wir bis heute nicht wieder am Hotel angekommen. Wir würden durch das ganze Land wandern und irgendwann unsere Identität vergessen, um Wanderprediger zu werden oder so.
Gut, dass wir schon groß sind.

Jetzt zu dem, worauf ihr alle gewartet habt: Das Hotel.
Das Zimmer, wo ich war, war im Prinzip ganz okay. Ich habe im Schlafsack geschlafen und daher nur wenige Flohbisse. Ansonsten wurde ich mehrmals gar gekocht und wieder aufgewärmt, sodass ich jetzt bestimmt ganz zäh bin. Die Dusche hatte nämlich nur die Einstellungen eiskalt und kochend heiß.
In anderen Zimmern hatten wir Maden, Kakerlaken und andere Tiere, großflächigen Schimmel, eine tropfende Decke und einen allergischen Schock wegen Hausstaubmilben. Bis jetzt sind noch fast alle erkältet. Ich hoffe, es ist eine Erkältung und keine Lungenparasiten.

Aber hey, wir haben alle überlebt (bis jetzt) und können jetzt viele neue lustige Geschichten erzählen. Dafür ist eine Klassenfahrt doch da. Glaube ich.


Am Freitagabend am Flughafen hab ich Sven getroffen. Ich fand es amüsant, dass ich von London nach da weniger Zeit gebraucht habe als er von zu Hause nach da. Und ich fand es erwachsen und welterfahren, von der Gepäckausgabe runter zum Fernbahnhof zu schlendern und sich da einfach mal zu treffen. Lacht nicht, das war wirklich ein besonderes Gefühl!
Es war ein sehr kuscheliges Wochenende. Hihi. Ich konnte sicher sein, dass keines der Lebewesen in meinem Bett mich fressen wollte.
Wir waren dann noch beim Chinesen und es gab wieder keine Frühlingsrollen auf dem Buffet. Aber es war gerade viel zu schön, um darüber traurig zu sein...

28.08.10

Warum ich die Klassenfahrt vielleicht überlebe

Erst mal was Grundsätzliches. Seit ich eine neue, sehr sympathische Zahnärztin habe, die sagt, ich sehe aus wie Angelina Jolie, und die niemals vorwurfsvoll aufheult: 'DU hast dir die Zähne nicht richtig geputzt! Noch NIE! ', gibt es nur noch einen Grund, warum ich es hasse, dort hin zu gehen. Ich bin so gut wie immun gegen das Betäubungsmittel.
Ich hab da so eine Füllung, die schon zweimal rausgefallen ist. Deswegen musste das Loch jetzt ein bisschen größer gebohrt werden, damit die Füllung besser hält. Deswegen hat sie mir zwei Spritzen an verschiedene Stellen gegeben. Und dann noch zwei. Und dann noch mal reingestochen, um auszuprobieren, ab welcher Tiefe es noch ASDFJK#%§aaaaiiiiiiiwehtut. Sie fand das 'ungewöhnlich', weil man normalerweise 'schon bei der ersten Dosis Zähne zieht'. Dabei hat sie gelächelt, weil das wissenschaftlich so interessant war.

Während ich aufgrund der zahlreichen Einstichlöcher immer noch nicht so gut kauen konnte, habe ich über Essen nachgedacht. Nächste Woche ist unsere Abschlussfahrt nach London. In dieses Hotel. Ich hatte schon mal darüber berichtet, was daran absurd ist.
Das Gute ist: Wir kriegen dort nichts zu Essen, nur Frühstück. [Das war kein Paradoxon.]
Ja, ich finde es gut, dass wir uns die ganze Zeit selbst völlig überteuertes Essen jagen müssen. Das liegt an den Erfahrungen mit dem Essen bei allen bisherigen Klassenfahrten.
4. Klasse - Wir waren ganz klein und niedlich und haben alle ganz unschuldig in unsere kleinen Klassenfahrtstagebücher* geschrieben: 'Das Essen war sehr lecker, aber viel zu wenig. Ich hätte so gerne noch ein zweites Schüsselchen Nudelsuppe gehabt. Hunger...' [KEINE Übertreibung aus dramaturgischen Gründen.]
5. Klasse - An einem Tag gab es scharfes Essen. Wir sind hungrig ins Bett gegangen. An einem anderen Tag gab es Spätzle. Aber nur für zwei Tische. Die anderen mussten Reis essen. Und die Soße hat auch nur für zwei Tische gereicht. Ich hatte Glück, aber es hat mich trotzdem traumatisiert.
8. Klasse - Ich bin mir sicher, dass sie uns töten wollten. Oder sie wollten sehen, wie wir am Tisch der Lehrer betteln gehen, um unsere chemische Marmelade gegen eine Scheibe Käse einzutauschen. Es gab vermutlich nicht jeden Tag den gleichen sondern denselben Salat.
10. Klasse - Bis auf die Fleisch(?)bällchen, die wie Filzerdepappmachée [das ist jetzt ein Wort] geschmeckt haben, ganz okay. Das Geschirr war schmutzig, wahrscheinlich, damit es zum Rest des Hotels passte.

Ich bin sehr froh, dass ich diesmal jeden Tag zu McDonalds oder Subway gehen kann. Ich werde deswegen vielleicht überleben. Bericht folgt in diesem Fall.

[* Meine Lehrerin war begeistert von allem, was ich geschrieben habe. Warum habe ich nicht meinen Einfluss genutzt und in das Klassenfahrtstagebuch geschrieben: 'Ich hoffe sehr, hier muss nie wieder eine Klasse von unserer Schule hinfahren. Ich habe nämlich Angst, dass meine Freundin Tabitha aus der 3. Klasse nächstes Jahr hier hin fährt und verhungern muss.' WARUM?]

23.08.10

Sommer: Epilog




Ist es nicht erstaunlich, was ich alles nicht mehr für eine unüberwindliche Entfernung halte? Wenn so eine Fahrt gerade mal 6 Stunden dauert, überhaupt kein Problem. Lohnt sich schließlich.

Es hat so was
Ursprüngliches, Abenteuerliches, mit einem alten, klapperigen Intercity Hunderte Kilometer weit über Brücken und Tunnel in die Dämmerung hineinzufahren und sich dabei ein wenig mit lässigen Vielfahrern und ängstlichen Gelegenheitsfahrern auszutauschen.


Ich war
am Meer, und es war für dieses Wochenende noch einmal so, als wäre der Sommer noch nicht vorbei.

Ich glaube, wir werden auch noch mal den Herbst und den Winter
überstehen. Schon alleine dafür, dass ich mit dir wieder ans Meer kann. Und dann nehmen wir uns ein Schaf mit. Oder zwei. Oder drei. Die sind einfach zu niedlich.

19.08.10

Alles beim Alten

Die Schule hat wieder angefangen.
Und wisst ihr was? Ich hab den besten Stundenplan aller Zeiten. So echt jetzt, ganz ohne Ironie. Ich muss montags erst zur 5. Stunde da sein, und freitags hab ich nur die ersten beiden Stunden. Verlängertes Wochenende WIN! Und der Rest ist auch ganz okay.

Als ich diesen Stundenplan zum ersten Mal gesehen habe, habe ich mir ein bisschen Sorgen gemacht. Wurde die gesamte Organisationsetage der Schule ausgetauscht? Ist ein Haken an der Sache, wie etwa mehr Zeit für Sklavenarbeit beim Bau der neuen Mensa?
Aber nein, ich hatte einfach nur großes Glück. In der Schule ist nämlich alles beim Alten geblieben. Diese Dinge sind bisher in der ersten Woche passiert:
● Am ersten Tag war ich die ersten 4 Stunden sinnlos da. Da stand: 'Schreibt die Stundenpläne ab!' Aber da waren keine Stundenpläne. Man fühlt sich gleich wieder wie zu Hause.
● Die Fenster der neuen Mensa sind blau. Alle anderen Fenster sind braun.
● Im fertig renovierten Obergeschoss sind jetzt die meisten Türen weiß. Aber zwei oder drei sind immer noch braun. Von einer neuen Tür ist schon ein Stück Verkleidung abgesplittert.
● Die Computer funktionieren noch nicht.
● Die neuen Lehrer haben viele Schlüssel, aber nicht die richtigen.
● Im Jahrgang 12 gibt es einen Kurs mit 70 Schülern.
● Die ausgeschilderten Notausgänge werden immer noch nach der 6. Stunde abgeschlossen.
● Es gibt eine neue Schulglocke, die ist sehr deprimierend. Könnte daran liegen, dass sie einen Schlag zu lang ist und dieser Ton auch noch schief ist. Wenn man eine Klausur schreibt und nicht rechtzeitig fertig wird, sagt die Glocke einem: 'Du bist so was von verloren! Das ist das Ende deines kleinen, bedeutungslosen Lebens!'
● Auch dieses Jahr haben manche Leute kein Mathebuch gekriegt. Es gibt keinen Jahrgang über uns mehr, der alte Bücher nicht abgegeben haben könnte.

Ich finde diese Dinge beruhigend. Ohne sie wäre es nicht meine Schule.

Morgen fahre ich ganz weit weg. Noch weiter als sonst. Und ich werde zu einer Zeit ankommen, zu der ich letztes Jahr an einem Freitag noch in der Schule war.
Na ja, möglicherweise. Es ist die Bahn.
Ich fahre an die Nordsee, wo Sven gerade ist. Das ist kein Stalking, das ist romantisch! 



So sieht es da aus. Wird schön.