29.05.10

Wartezeit

17:50 Während ich diese Zeilen schreibe, befinde ich mich in einem EC irgendwo im rheinlandpfälzischen Niemandsland. Und ich schreibe gegen die Zeit, da es hier zwar bequeme Sitze mit viel Beinfreiheit und Abstellgelegenheiten an jedem Platz gibt, aber keine Steckdosen. Das war mir nicht so bewusst, als ich das Ticket gekauft habe. Mir war sehr wohl bewusst, dass ich mit dem Weg über Mainz einen doofen Umweg fahren und der Zug sich ganz sicher diese halbe Stunde Verspätung einfangen würde, aber der Preis war halt unschlagbar.
Und ich bin entspannt. Die Aussicht auf der Strecke am Rhein entlang ist sehr schön, und vor allem liegt jetzt eine sehr wundervolle Woche vor mir. Wegen den mündlichen Abiturprüfungen ist die ganze Woche frei, und das nutze ich natürlich voll aus.

Heute war mit Schule jetzt auch nicht so viel. Mein Religionslehrer entschließt sich ja immer erst freitagmorgens, zu krank für die Arbeit zu sein. Und dann komme ich da hin und hab 5 Stunden frei bis zur ersten Unterrichtsstunde. Das war schon viermal so. Nur einmal wussten wir am Tag vorher Bescheid...
Die erste Unterrichtsstunde war dann sehr doof. Unser toller Geschichtslehrer hat verkündet, dass er nächstes Jahr an eine andere Schule geht. Zum einen, weil er da einen besseren Posten kriegt, und zum anderen, weil er die Schulleitung hier nicht mehr erträgt. Das konnte wohl jeder nachvollziehen. Ich bin auch froh, wenn ich weg bin, und in der Statistik zeichnen die Neuanmeldungen für nächstes Schuljahr ein deutliches Bild.
Ich bin jetzt traurig. Der ist ein richtig guter Lehrer und hätte sich die größte Mühe gemacht, uns gut durchs Abitur zu bringen. Immer gehen die Guten weg.
In der letzten Stunde machen wir eine Abschiedsfeier und er darf sich einen Kuchen wünschen.

18:14 Noch etwas mehr als 2 Stunden im EC (wenn nichts mehr schief geht). Ich kann jetzt noch 55 Minuten Solitär spielen und mein iPod hat auch noch eine halbe Stunde Akku. Ich bin entspannt.

00:04 Es blieb letztendlich bei nur einer halben Stunde Verspätung. Jetzt liegt jemand neben mir und isst meine Kekse. Glücklich!

25.05.10

Hihi. Roland Koch wirft das Handtuch.


Ausgerechnet heute. Towel Day - Keine Panik
Wie hätte man sich ein schöneres Ende seiner Karriere vorstellen können als mit dem Tritt in so ein Fettnäpfchen?
Lieber Herr Koch, unser Land Hessen wird Sie als einen äußerst fähigen, ehrlichen, immer im Interesse der Bürger agierenden Ministerpräsidenten in Erinnerung behalten. NOT.
Andere Sachen, die heute passiert sind und die ich nicht so toll fand:
● Ich geh nie mehr zu diesem superbilligen Selbstbedienungsbäcker. In meinem Berliner mit Fruchtfüllung war keine verdammte Fruchtfüllung drin!
● Bei McDonalds kostet ein Cheeseburger jetzt 1,45€. Bitte sagt mir, dass das nur in dieser einen in perfekter Geschäftslage gelegenen Filiale so ist. Oder dass die Gehälter der Mitarbeiter erhöht wurden. Irgendwas...
● Der Fette Mann ohne Augenbrauen hat uns die Klausur wieder nicht zurückgegeben, weil er nicht da war. Und morgen auch nicht. Das ist eigentlich ziemlich schön. Aber wir hatten alle gute Noten, die wir dann wohl so langsam abschreiben können.
Ich hab noch 2 neue Zitate.

24.05.10

Nicht vergessen!

Morgen ist Towel Day - Keine Panik!
Ein Handtuch ist so ungefähr das Nützlichste, was der interstellare Anhalter besitzen kann. Einmal ist es von großem praktischem Wert - man kann sich zum Wärmen darin einwickeln, wenn man über die kalten Monde von Jaglan Beta hüpft; man kann an den leuchtenden Marmorsandstränden von Santraginus V darauf liegen, wenn man die berauschenden Dämpfe des Meeres einatmet; man kann unter den so rot glühenden Sternen in den Wüsten von Kakrafoon darunter schlafen; man kann es als Segel an einem Minifloß verwenden, wenn man den trägen, bedächtig strömenden Moth-Fluss hinuntersegelt, und nass ist es eine ausgezeichnete Nahkampfwaffe; man kann es sich vors Gesicht binden, um sich gegen schädliche Gase zu schützen oder dem Blick des Gefräßigen Plapperkäfers von Traal zu entgehen (ein zum Verrücktwerden dämliches Vieh, es nimmt an, wenn du es nicht siehst, kann es dich auch nicht sehen - bescheuert wie eine Bürste, aber sehr, sehr gefräßig); bei Gefahr kann man sein Handtuch als Notsignal schwenken und sich natürlich damit abtrocknen, wenn es dann noch sauber genug ist.

- Douglas Adams: Per Anhalter durch die Galaxis

Ich hab eine todsichere Methode für die Geschichtsklausur morgen entwickelt. Ich werfe meinem Lehrer mein Handtuch übers Gesicht und verschaffe uns damit mehr als genug Zeit, die Antworten im Buch zu recherchieren.

19.05.10

Mein Notebook war heute ein ~Hauptrechner~

Nach diesem Tag weiß ich nicht mehr so genau, ob das Eintragen der Daten und Ausdrucken der Urkunden bei den Bundesjugendspielen wirklich die beste Aufgabe ist. Immerhin waren wir mehr als doppelt so lang da wie alle anderen. Aber ich glaube schon. Schließlich wurden wir nicht von kleinen Kindern an der Weitsprunggrube verprügelt, weil wir deren Namen falsch ausgesprochen haben (Nein, wir hatten viel Spaß mit den Namen. Ein Kind hieß Angel Rosalia und ein anderes Lenny-Leon.), und wir saßen drinnen, während es den ganzen Tag in Strömen geregnet hat.

Durch den Regen konnte man bei der einen Klasse die Wurf-Ergebnisse nicht mehr lesen. Da haben wir uns welche ausgedacht war die Rekonstruktion sehr mühsam, und der Fairness halber (und aus Mitleid mit Lenny-Leon) haben wir bei allen anderen auch ein paar Meter draufgeschlagen. Das erschien in dem Moment wie eine gute Tat.
Es gab zum ersten Mal seit 7 Jahren oder so Teilnehmerurkunden. Ich hab an dieser Schule nie eine bekommen und ich war überhaupt nicht traurig darüber. Ein Dokument, auf dem draufsteht, wie schlecht man wirft, ist schließlich demütigend. Bisher waren wohl glücklicherweise die Leute immer so frustriert von der Technik, dass sie die Kartons mit den Teilnehmerurkunden in die Kinzig geworfen haben. Aber dieses Jahr haben wir es geschafft, zwei Drucker gleichzeitig zum Laufen zu bekommen. Beide an mein Notebook angeschlossen! Da haben wir dann also von 12:00 bis 16:00 pausenlos gedruckt. Und niemand wird sich freuen.

In den letzten Stunden waren wir nur noch vier Leute. Wir hätten uns Ehrenurkunden mit 1700 Punkten drauf oder so drucken sollen. Aber wir hatten keine Lust mehr. Verdammt.

17.05.10

Tor zur Welt

Wir waren da, wo man nie hingeht, wenn man unterwegs ist: Am Ende des längsten Bahnsteigs. Wo man hört, wie die Weichen umspringen, und wo die Züge direkt auf einen zukommen, bevor sie den Weg auf ein Gleis rechts oder links einschlagen.
Es war kalt und die meisten Züge schauten kaum unter dem weit entfernten Dach der Bahnhofshalle hervor. Auf der anderen Seite ein kilometerlanges Geflecht von Gleisen und Oberleitungen vor dem Himmel. 


ICEs, die vor wenigen Stunden noch an den äußersten Enden des Landes waren, treffen ein, andere nehmen rasch Fahrt auf und kehren dorthin zurück. Es ist das Tor zur Welt.
Ich weiß nicht, wie es ist, auf einem Flughafen auf einer Startbahn zu stehen, aber viel mehr kann es auch nicht sein.
Irgendwann nahmst du meine Hand und wir gingen zurück, um noch ein paar Stunden zusammen zu sein, bevor du wieder unterwegs sein würdest.

08.05.10

[Random]

Ich hab jetzt eine logische, wenig bedrohliche Erklärung für die Enten, die mich ständig beobachten. Der Teich im Schulgarten wurde neu angelegt, sodass er bewohnbar ist (keine dreiäugigen Fische mehr). Die sind nicht da, um mir Angst zu machen, sondern sie leben einfach in der Schule. Gut.
Um nun bei der Schule zu bleiben, da befinden wir uns wieder einmal mitten in der Klausurphase. Es sind jetzt doch nur 9 Klausuren, da die Chemie-Klausur abgesagt wurde. Um die zu schreiben, müsste uns nämlich erst die vorige zurückgegeben werden, aber die wurde vermutlich verbrannt. Wie die 5-seitige Abhandlung über Seife, die letztes Halbjahr ein Klausurersatz war. Der Lehrer erscheint momentan sehr unregelmäßig zum Unterricht, damit er sich nicht jede Woche zwei Ausreden ausdenken muss. Falls ich noch nie etwas über den Fetten Mann ohne Augenbrauen geschrieben haben sollte, sei er hiermit ausreichend vorgestellt.
Das war übrigens nicht der einzige Unterrichtsausfall in der letzten Woche. Ich hatte an drei Tagen nur 2-3 Stunden Schule. Immer diese ungleiche Verteilung gegenüber Wochen, wo gar nichts ausfällt.
Nein, das heißt nicht, dass ich in dieser entspannten Woche besonders produktiv war.
Vor ein paar Wochen hab ich einen Nintendo DS bei Ebay ersteigert und spiele jetzt Pokémon Perl. Ich bin erwachsen und kann machen, was ich will!
Ich bin sehr fasziniert von der Größe der Spielwelt. Es soll ja locker möglich sein, die ersten Editionen in 10 Stunden oder so durchzuspielen. Das geht hier glücklicherweise nicht mehr. Ich bin aber nicht begeistert von den neuen Pokémon. Die meisten sind nicht niedlich und sie haben in der deutschen Version absurde Namen. Toxiquak? Shnebedeck für ein Vieh, das aussieht wie ein schneebedeckter Tannenzapfen? WTF?
Ihr dürft mich jetzt nicht verurteilen, dass ich mich noch für so was begeistern kann! Gestern habe ich mit einigen Mitschülern, darunter eine Person mit Nietenarmbändern, ein Metaller und eine Vegetarierin, über Pokémon gesprochen und sie hatten alle leuchtende Augen. Einer hat mich gefragt, wo man in der Blauen Edition die VM04 Surfer findet. Ich konnte den exakten Weg durch die Safari-Zone beschreiben. ... Okay, jetzt dürft ihr mich ein bisschen verurteilen.

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