26.09.10

Die knusprigen Momente im Leben

Immer ist es gerade schön, und dann musst du schon wieder weggehen. Und jetzt wird es manchmal schon kalt. Ich will nicht, dass bald schon wieder Winter ist, wo du mir nach und nach am Ende noch doppelt so viel fehlst.

Ich versuche jetzt mal, noch was total Fröhliches zu schreiben. Gestern haben wir das hier gegessen. 


Ja, da ist eine Frühlingsrolle dabei. Und alles andere ist auch schön fettig und knusprig. ... Oh, jetzt seid ihr alle traurig, weil ihr nicht auf der Stelle eine Frühlingsrolle haben könnt. Das wollte ich nicht. Ehrlich.

23.09.10

Wir lieben Überraschungen!

Seit ein paar Wochen lesen wir in Englisch Shakespeares Macbeth. Ich hoffe, niemand von euch muss je Macbeth lesen, es ist nämlich ziemlich doof. Nicht so doof wie Nathan der Weise, weil von mir erwartet wurde, dass ich Nathan der Weise verstehe, aber schon ziemlich doof.
Wir haben eine Ausgabe, in der es zu jeder Textseite eine weitere Seite mit einer kleinen Zusammenfassung und hilfreichen Fragen und Hinweisen gibt. Es ist ein Buch, das auch in England für Schüler unserer Altersgruppe gedacht ist, weil die da die Sprache auch nicht verstehen.
Wir werden nicht weiter lesen als bis zum Ende des zweiten Akts, weil wir ZOMG!keine Zeit haben und es wohl doch nicht so wichtig ist. Immerhin, ich habe von Macbeth schon gelernt: 'A good host does not kill his guests!'

Diese Woche haben wir die erste Klausur des Jahres geschrieben. Wir hatten ein wenig Angst dafür, weil sie über Macbeth sein sollte, genauer gesagt den ersten Akt, und wir uns nicht so ganz vorstellen konnten, über was man da so schreiben kann. Die Klausur hat sich letztendlich ungefähr so angefühlt: 


Das lag zum einen daran, dass sie fast vier Stunden lang war, ohne dass uns oder einem der Lehrer, dessen Unterricht dadurch gestohlen wurde, Bescheid gesagt worden war.
Zum anderen war sie nicht über Macbeth, sondern über Irland, das Thema von vor den Sommerferien.
Unser Lehrer meinte dann: 'Haha, ich kann euch doch nicht über Macbeth schreiben lassen! Originaltext von Shakespeare, so ein Schwachsinn. Dann könnt ihr ja nur schreiben, was ich euch im Unterricht vorgekaut habe, weil ihr selber kein Wort versteht. Das gibt's hier nicht. Und im Abitur, da wisst ihr ja auch nie, was alles drankommt, also gute Abiturvorbereitung! *stolz*'
Aber im Abitur wissen wir, dass wir nicht wissen, was drankommt...
Ich glaube inzwischen, er wollte einfach vertuschen, dass er vergessen hat, dass er uns schon Macbeth als Klausurthema gesagt hatte.

13.09.10

Kirmes



Oh, es bewegt sich doch schneller als gedacht. Und es geht ganz schön hoch. Es schwankt ein bisschen. Warum wirkt die Gondel auf einmal so klein und fragil? Selektive Höhenangst! Warum sind wir hiiieeer? D: ... Aber es ist so romantisch!

07.09.10

'Haha. Toll. Ihr habt also die ganze Zeit gesoffen. Wir waren nur high vom Sagrotan.'

Man kann nicht sagen, dass die Klassenfahrt der totale Reinfall war. London ist schon sehr interessant. Und jetzt bin ich auch ein bisschen vom Fliegen begeistert. Fliegen bedeutet, dass man fast taufrisch an einem Hunderte Kilometer entfernten Ziel ankommen kann. Außerdem hab ich gesehen, dass Wolken Schatten werfen. Und ich konnte an einer Stelle vorne Holland und hinten England sehen. OMG. :D [Bin ich leicht zu begeistern?]

Am ersten Tag in London haben wir uns gedacht, die Straße gehört wohl den Fußgängern, weil alle Leute bei Rot über die Straße gegangen sind. Sie tun das, weil die Ampelschaltung wirklich verdammt lang ist. Nach und nach sind uns aber die vielen Krankenwagen aufgefallen. Und dass vor allem die Taxifahrer nicht bremsen. Wie in Berlin eigentlich. Dann sind wir nicht mehr bei Rot über die Straße gegangen, auch wenn wir uns dadurch als Touristen geoutet haben.

Ich will jetzt nicht so viel über das Programm schreiben, das interessiert eh keinen. Nur so viel: Es hat sich sehr von dem eigentlich geplanten unterschieden, weil unsere Lehrer es jeden Tag am Frühstückstisch noch mal überdacht haben.
Sie sind alles etwas lockerer angegangen. Als wir es nicht rechtzeitig zur Bootsfahrt geschafft haben, ist erst beim dritten Anruf überhaupt jemand ans Telefon gegangen. Wir hätten tot sein können. Egal! - Andererseits: Alleine haben wir uns kein einziges Mal verlaufen. Mit den Lehrern zusammen mindestens einmal am Tag.
Hätten die Mitarbeiter der Londoner U-Bahn in dieser Woche gestreikt und wir hätten überall hin laufen müssen, wären wir bis heute nicht wieder am Hotel angekommen. Wir würden durch das ganze Land wandern und irgendwann unsere Identität vergessen, um Wanderprediger zu werden oder so.
Gut, dass wir schon groß sind.

Jetzt zu dem, worauf ihr alle gewartet habt: Das Hotel.
Das Zimmer, wo ich war, war im Prinzip ganz okay. Ich habe im Schlafsack geschlafen und daher nur wenige Flohbisse. Ansonsten wurde ich mehrmals gar gekocht und wieder aufgewärmt, sodass ich jetzt bestimmt ganz zäh bin. Die Dusche hatte nämlich nur die Einstellungen eiskalt und kochend heiß.
In anderen Zimmern hatten wir Maden, Kakerlaken und andere Tiere, großflächigen Schimmel, eine tropfende Decke und einen allergischen Schock wegen Hausstaubmilben. Bis jetzt sind noch fast alle erkältet. Ich hoffe, es ist eine Erkältung und keine Lungenparasiten.

Aber hey, wir haben alle überlebt (bis jetzt) und können jetzt viele neue lustige Geschichten erzählen. Dafür ist eine Klassenfahrt doch da. Glaube ich.


Am Freitagabend am Flughafen hab ich Sven getroffen. Ich fand es amüsant, dass ich von London nach da weniger Zeit gebraucht habe als er von zu Hause nach da. Und ich fand es erwachsen und welterfahren, von der Gepäckausgabe runter zum Fernbahnhof zu schlendern und sich da einfach mal zu treffen. Lacht nicht, das war wirklich ein besonderes Gefühl!
Es war ein sehr kuscheliges Wochenende. Hihi. Ich konnte sicher sein, dass keines der Lebewesen in meinem Bett mich fressen wollte.
Wir waren dann noch beim Chinesen und es gab wieder keine Frühlingsrollen auf dem Buffet. Aber es war gerade viel zu schön, um darüber traurig zu sein...